Saturday, April 29

Podcast-Analyse: 97,5% Webplayer vs. 2,5% Abonnierer

Interessante Beobachung zum Downloadverhalten. Fast niemand abonniert unseren neuen Podcast. Trotzdem stimmen die Hörerzahlen.
Von vorne: ich habe kürzlich den neuen Podcast Glutenfrei gestartet, den ich mit meiner Mutter produziere. Für den Feed und die Website benutze ich den Firtz. Um es den Hörern und Hörerinnen leichter zu machen, den Podcast zu abonnieren, ist er zum einen in iTunes gelistet, zum anderen verwende ich den Podlove Subscribe Button, um auf der Website selbst einen möglichst einfachen Abo-Prozess bereitzustellen.
Soweit erst mal das meiste richtig gemacht.
Um die Abonnenten einfacher von den Websitehörern zu unterscheiden nutze ich folgenden Trick: es gibt nämlich zwei Feeds. Der Firtz macht das in Zusammenspiel mit Auphonic recht einfach.
A) der MP3-Feed füttert den Player auf der Seite und taucht im Download-Pulldown unter dem jeweiligen Player auf
B) der M4a-Feed in iTunes und im Podlove-Subscribe-Button hinterlegt.
Die Downloadzahlen für die beiden Feeds spiegeln so also recht zuverlässig das Verhältnis von Websitehörern und Abohörern wieder.
Das Resultat: nur 2,5% hören über den Feed, der Rest (97,5%) nutzen den Player direkt auf der Website.
Also im Klartext: keine Sau abonniert diesen Podcast. Trotzdem wird er gehört. Das hat mich zunächst etwas überrascht, nach kurzem Überlegen glaube ich aber, zu verstehen, was hier passiert.
Schauen wir uns zunächst per Piwik die Nutzer an: die kommen fast ausschließlich von der Website glutenfrei-kochen.de, dem glutenfreien Online-Kochbuch meiner Mutter. Deutlich über die Hälfte der Nutzer verwenden Tablets oder Smartphones, hauptsächlich von Apple und Samsung. Der verhältnismäßig niedrige Desktop-Anteil lässt mich vermuten, dass der Geek-Anteil bei den Besuchern eher niedrig ist. Das wird auch unterstützt durch die Erfahrung mit dem E-Book meiner Mutter, bei dem die Menge der Rückfragen wegen technischer Probleme (“wie kann ich das PDF auf meinem Rechner speichern?”) erstaunlich hoch ist. Irrelevante Randbemerkung: bei den verwendeten Desktop-Betriebssystemen liegt übrigens Windows 7 weit vorne, gefolgt von Windows 8.1, Windows Vista und dann erst Mac OS 10.10.
Was lernen wir daraus? Zumindest, dass man sich je nach Zielgruppe nicht auf Abonnenten verlassen darf, selbst dann nicht, wenn man den herrlich funktionalen und einfach zu bedienenden Podlove-Knopf verwendet. Es erfordert halt doch noch 2-3 Schritte mehr, ein Abo abzuschließen, als einfach einen Play-Button zu klicken. Und das böse Wort “Abonnement” hat, besonders bei unerfahrenen Internet-Nutzern, ganz sicher immer noch den schalen Beigeschmack eines kostenpflichtigen Zeitungsabos, aus dem man so leicht nicht wieder herauskommt.
Vielleicht dürfen wir Geeks wirklich einfach nicht so viel voraussetzen und müssen uns immer noch etwas besser um die Muggles kümmern. Und Triggerworte wie “Abo” vermeiden.
Kann ich eigentlich beim Podlove-Button das Wort “Abonnieren” ändern? “Podcast automatisch im Schlaf empfangen” fänd’ ich hübsch.